A man aged about fifty
 

Texte, Gitarren, VST-Instrumente  und Gesang Torsten

Querfllöte und Saxofon Bengt

© März 2009

    

 

Was ich nicht will
 

Was ich nicht will, schwarz oder weiß, was ich nicht will, arm oder reich,

will nicht Hitze und auch nicht Kälte, will keinen Lobgesang und keine Schelte.

 

Was ich nicht will, weder Hütten noch Paläste, was ich nicht will, nur Völlerei, oder nur Reste,

will nicht nur Dur oder nur Moll, will nicht nur Muss oder nur Soll.

 

Was ich nicht will, nur Triebe oder nur Liebe, was ich nicht will, nur verlieren oder nur Siege,  

will nicht Form ohne Inhalt, kein Nichts sein mit Stil, will nicht von allem zu wenig oder von allem zu viel.


Was ich nicht will , nur Hatz oder nur Langweile, was ich nicht will, nur Trägheit oder nur Eile,

will nicht rennen für nichts und um jeden Preis, will nicht wissen, was niemand und was jeder weiß.

 

Was ich nicht will, nur ein Lügner oder nur ehrlich, Was ich nicht will, alles nur leicht oder nur beschwerlich,

will nicht nur gemessen werden, nicht immerzu ein Ziel, will viele Wege gehen, und will auch das Spiel.

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Weiser Wal

Auf der Autobahn tags um halbdrei, mehr bringt der Wagen nicht,Tunnelblick Tempo Zweihundertdrei, Platz da, ich komme mit Licht,

und wieder ein Stau, Unfall, Blaulicht, bizarr der Schrott, der Notarzt registriert ganz genau, und wieder ein Leben bankrott.

           Und der weise Wal im Meer bläst nur sein ….

Den Termin nicht geschafft, eine Staustunde verschoben,aber ein gutes Geschäft gemacht, man wird mich loben,

hat Zeit und Nerven gekostet, was soll man auch machen,heißt, wer rastet, der rostet, und auch morgen zweihundert Sachen.

           Und der weise Wal im Meer bläst nur sein ….

                        Und wenn Du glaubst, es ist Einerlei,

                        kommt und holt Dich irgendwann der schwarze Hai.

Das Leben ist eine schnelle Tour, möchte einmal nur Rast,je schneller, je schmaler die Spur, verfluche diese Hast,

werde getrieben vom Strom, kaum Zeit zum denken,rasendes Ufer karger Lohn, und sollte mir eine Insel schenken.

              Und der weise Wal im Meer bläst nur sein ….

                          Und wenn Du glaubst, es ist Einerlei,

 
                                  kommt und holt Dich irgendwann der schwarze Hai.

 

 

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Hätte nie gedacht

Habe mich einst in Dich verliebt, hätte nie gedacht, dass es so was gibt.
Habe neben Dir gelegen, nicht der Triebe, nein, der Liebe wegen.
   Hätte nie gedacht, dass jemand an mich denkt,
      und mir einfach so seine Aufmerksamkeit schenkt!
 
Haben uns schon so lang gekannt, und sind stets aneinander vorbei gerannt,
irgendwann hast Du meine Kreise gestört, hat mich Dein Duft, Deine Nähe betört.
   Hätte nie gedacht, dass jemand an mich denkt,
      und mir meinen Himmel voller Geigen hängt!
 
Du hast den ersten Schritt gemacht, kamst zu mir, hast mich angelacht,
habe Dir aus meinem Leben erzählt, was mich freut und was mich quält.
   Hätte nie gedacht, dass jemand an mich denkt,
      und mir einfach so meine Mauern wegsprengt!
 
Habe Deinen Worten gelauscht, mich an Deiner Botschaft berauscht,
haben die Zukunft rosa gemalt, ein Vorschuß, den man gerne zahlt.  
   Hätte nie gedacht, dass jemand an mich denkt,
      und mir einfach so meine Schritte lenkt!
 
Heute ist das alles Jahre her, mancher Sturm fegte über’s Meer,
dennoch ist unser Boot nie leck geschlagen, würde mit Dir alles genauso wieder wagen.
   Hätte nie gedacht, dass jemand an mich denkt,
      und mich einfach so im Paradies versenkt!

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Eugen ohne Gin

Habe mich nächtens in Dein Reich gelegt, bin wie ein Söldner einfach hindurch gefegt,
 
als staubiger Legionär hindurch geschritten, wie ein trunkener Kavallerist hindurch gerittten.
 
 
 
         Und heute habe ich nur noch Wiskey im Sinn, bin dem Puschkin sein Eugen ohne Gin.
 
 
 
Habe nur mit Dir herum gespielt, nicht das Schlagen Deiner Brust gespürt,
 
und gezockt mit Mannes Hirn und Verstand, und das Leuchten Deiner Augen verkannt.
 
 
 
          Und heute habe ich nur noch Wiskey im Sinn, bin dem Puschkin sein Eugen ohne Gin.
 
 
 
Habe mich ohne Gruß davon gestohlen, mit Dummheit geschlagen, auf leisen Sohlen,
 
und die Kumpels saßen beim Bier im Garten, und war ein Held, habe Dich noch mal verraten.
 
 
 
           Und heute habe ich nur noch Wiskey im Sinn, bin dem Puschkin sein Eugen ohne Gin.
 
 
 
Traf Dich mit seinen Kindern, das war kein Scherz, es traf mich mitten in’s verwunschene Herz,
 
und heute wanke und stürze ich bei jedem Schritt, und bei Sinnen verfluche ich diesen trunkenen Ritt.
 
 
        Und heute habe ich nur noch Wiskey im Sinn, bin dem Puschkin sein Eugen ohne Gin.

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Garten und Haus

Er steht im Garten und fegt das Laub, die Putze wischt im Haus den Staub,
 
in der Garage, da steht, was sonst, ein Stern, und die Gattin sagt am Abend, sie hat ihn gern,
 
           und dann schau’n sie beide fern.
 
 
 
In der Firma ist er ein smarter Chef, der Leute einstellt und manchmal auch entläßt,
 
und auf Reisen, da geht er fremd, käufliche Liebe, das ist der alte Trend,
 
            und weil ihn keiner kennt.
 
 
 
Seine Freundin, die ist wunderschön, geistreich, vorne üppig und hinten minoren,
 
und im Hotel, nach dem Dinner, wenn er schiebt, flüstert sie laut, unüberhörbar, dass sie ihn liebt,
 
            nur wenn er alles gibt.
 
 
 
Am Sonntag ist der Nobelclub sein Revier, fühlt er sich wohl, sind seinesgleichen hier,
 
wird geredet über Reisen um die Welt, Segeljolle und Pferd, was ihnen so gefällt,
 
            man spricht nicht über Geld.
 
 
 
Beim Nachbarn, da sitzen Kinder im Sand, und er weiß, das ist ein anderes Land,
 
sie toben und sind gnadenlos laut, haben in Kindeseile eine Burg mit Zinnen gebaut,
            und ihm seine Ruhe geraubt.
 

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Brief
Du hast mir einen Brief geschrieben, darin steht, dass wir uns nicht mehr lieben.
Und wenn man diese Zeilen liest, weiß ich, dass Du mit einem Ander’n schliefst.
Ich frage Dich, was ich jetzt tu, bring ich mich um oder schütt ich mich zu.
 
Du hast mir einen Brief geschrieben, verflixtes Jahr Nummer sieben,
hast Dich zu einem Ander’n bekannt, trotz der Kinder bist Du durchgebrannt.
Ich frage Dich, was hab ich getan, warum bin ich nicht mehr Dein Mann.
 
Du hast mir einen Brief geschrieben, willst alle Schuld auf mich schieben.
Schreibst wirres Zeug von endlosem Streit, von Mangel an Liebe und zu wenig Zeit,
war ich denn nicht immer für Dich da, oder wollte ich nicht sehen, was ich sah.
 
Du hast mir einen Brief geschrieben, haben uns aneinander aufgerieben.
Was einst für die Ewigkeit gewebt, hat sich einfach auseinander gelebt,
will nicht jammern oder prozessieren, will nur eines, Dich im Kopf verlieren …

 

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Dummer Mann
 
sind meistens hohe Herren, seltener Damen, Ist das nicht irre, all die Titel und Namen,
sind Honoratioren, mächtige Funktionäre, ordensschwer, wie wenn’s ’n Panzerhemd wäre.
 
Und wenn sie defilieren, was für’n Gaudi, damals Tschaika, heut Daimler oder Audi,
 
und von der Kanzel gepredigt der Weisheit Schluss, dass selbst Gottvater erblassen muss.
 
 
 
   Jauchzet, frohlocket, lobet die Herr’n, Glauben macht frei, sie haben Euch gern.
 
   Jauchzet, frohlocket, liebet die Herr’n, Glauben macht frei, sie haben Euch gern.
 
 
 
Geübte Gestik, den Blick entschlossen nach vorn, blasen sie lärmend ins populistische Horn,
 
und die ganz Gewitzten mit Kind im Arm, Kuscheltier, Bad in der Menge, Safetyalarm,
 
und das Orgkomitee schwitzt Blut und Wasser, das Licht stimmt nicht, sein Teint wird blasser,
 
er reitet die Welle, obenauf wie ein Surfer, und fragt den Narr, wo sind die Blumenwerfer.
 
 
 
   Jauchzet, frohlocket, lobet die Herr’n, Glauben macht frei, sie haben Euch gern.
 
   Jauchzet, frohlocket, liebet die Herr’n, Glauben macht frei, sie haben Euch gern.
 
 
 
Das Blöde nur, gibt doch überall Idioten, respektlos die Witze, unverschämt die Zoten,
 
sind grimmig, ungläubig, geballte Subordination, Missachtung der Tribühne ist ihre Passion,
 
,haben keine Fähnchen, unwillig der Schritt, sind die Stummen im Chor und laufen doch mit,
 
nur einer unter ihnen ruft, ein dummer Mann, was für Herren, die haben doch nichts an!
 
 
 
   Jauchzet, frohlocket, lobet die Herr’n, Glauben macht frei, sie haben Euch gern.
   Jauchzet, frohlocket, liebet die Herr’n, Glauben macht frei, sie haben Euch gern.

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Wende
 
Wir wurden in einem Land geboren, das war schon bei der Geburt verloren,
und die Sprüche, in der Schule erzählt, den Sinn der Worte haben sie selbst verfehlt.
 
Und kaum verhallten der Schalmaien Klänge ertönten im Dichterland fremde Gesänge,
brachen sich Bahn, getrieben vom Frust, schwängerten die Hirne mit Lebenslust.
 
Und so viele hatten über unser Wohl gewacht, haben gehorcht und als Spitzel mitgemacht,
haben ihren Nachbarn und den Freund betrogen, und sich am Ende auch noch selbst belogen.
 
Und mancher Missionar unter der roten Glocke, mutierte über Nacht zur schwarzen Socke,
das Ruder hart steuerbord in den neuen Wind, und wieder war das Kapital ihr liebstes Kind.
 
Und kamen wieder hohe Herren daher, blühende Landschaften, was wollt ihr mehr,
haben einfach die Menschen gekauft, und haben sich um den einen Schein gerauft.
 
Und wer einst auf seiner Scholle gebaut, hat auf einmal nicht seinen Augen getraut,
vor Haus und Hof hielten feine Leute, gestern ist vorbei, vorgestern ist wieder heute.
 
Und was gestern niemandem und jedem gehört, war auf einmal nichts mehr wert,
wurde verramscht für’n Appel und ’n Ei, und die Goldgräber waren auch dabei.
 
Ohne Stacheldraht und Mauer, welch heller Schimmer, da war Wohlstand, war endlich Glanz und Glimmer,
und obgleich so reich und schön, ein einig Vaterland, Wenige sind reicher, viele andere armer Stand.

 

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Morgentau
 
 
 
Setz Dich noch mal auf meinen Schoß, Du weißt, es ist spät, ich muss gleich los.
Bette uns noch mal in roten Kissen, ein Lidschlag nur, werd’ Dich wieder vermissen.
       Morgentau, der Vogel singt sein Lied, wie wenn heut’ noch was geschieht.
 
Halt mich fest und nimm meine Hand, setzen uns an den Wolkenkratzerrand,
streiche mir noch mal durch’s Haar, entführ uns hin, wo ich oft mit Dir war.
        Morgentau, der Tag mordet die Nacht, ich freue mich und sehe, wie Du lachst.
 
Lass uns zündeln im Morgenschein, der Eine des Anderen Sklave sein,
und verschwenden der Stunde Gunst, zünden Streichholz und Feuerbrunst.
         Morgentau, das ist unser Begehr, was will meines, will Dein Herz mehr.
 
Und brennen die Daunen lichterloh, löschen wir das Feuer mit trockenem Stroh,
bis Haut und Haar und Hirn verglüht, Asche, auf der die Sehnsucht neu erblüht.
                                Morgentau

 

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Herrentörn

 
 
 
 
Ostern ist gerade sechs Wochen her, wie jedes Jahr ruft das Binnenmeer,
sind Männer 3 Tage auf der Flucht und werden vom Teufel heim gesucht.
         ... Mann und Mast steht ... vom Winde verweht.
Endlich sind sie mit Pack und Sack ran, zum Männergruß ist ein kühles Blondes dran,
im Hafen wird ein warmes Feuer geschürt, und in uralten Geschichten manches Weib verführt.
         ... Mann und Mast steht ... vom Winde verweht.
 
                   Es ist frühes Jahr und ein hartes Brot, es ist eng und kalt und doch warm auf dem Boot,
                   mit schönen Frauen kann jeder kegeln, bei schönem Wetter ... da kann jeder segeln.
 
Am Tag der Herren sind sie furchtlos und stark, in der Frühe eisiges Wasser, das ist cool und hart,
das Brotmesser wird in den Sand gesteckt, und der erste Tropfen aus der Flasche geleckt.
         ... Mann und Mast steht ... vom Winde verweht.
 
Steuermannsbesprechung, Kurs Horizont durch den Hals, Proviant verladen, Bier und Köm, und Brot und Schmalz,
der Skipper stellt den Mast, endlich sind die Segel gesetzt, auf zu alten Ufern, es ist nur Wind, der uns hetzt.
         ... Mann und Mast steht ... vom Winde verweht.
 
                    Es ist frühes Jahr und ein hartes Brot, es ist eng und kalt und doch warm auf dem Boot,
                    mit schönen Frauen kann jeder kegeln, bei schönem Wetter ... da kann jeder segeln.
 
Der Bug zieht eine Welle, durchs Wasser jagen Schimmel, es sind nur ein paar Wolken vor azurblauem Himmel, 
für den Moment ist der Alltag über Bord gegangen, lassen sich Männer zwischen Luv und Lee fangen.
         ... Mann und Mast steht ... vom Winde verweht.
 
                      Es ist frühes Jahr und ein hartes Brot, es ist eng und kalt und doch warm auf dem Boot,
                      mit schönen Frauen kann jeder kegeln, bei schönem Wetter ... da kann jeder segeln.

 

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